Einsatzbilanz 2010 - 8,35 Millionen freiwillige Arbeitsstunden
Sechs Tote bei einem Autobusunglück auf der Außenringautobahn bei Heiligenkreuz, fünf Tote bei einer Gasexplosion in St. Pölten, Millionenschäden nach mehreren Unwettern im ganzen Land. Nur drei von insgesamt 63.475 Gesamteinsätzen, wofür im Vorjahr von 75.000 Feuerwehrleuten 8,35 Millionen Arbeitsstunden aufgewendet werden mussten. Umgerechnet sind die Feuerwehren somit täglich zu 174 Einsätzen ausgerückt — alle acht Minuten ein Alarm. „Trotz ständig steigender Anforderungen sind die 1644 freiwilligen Feuerwehren nach wie vor in der Lage, ihre Aufgaben zu jeder Tages- und Nachtzeit rasch und professionell zu erfüllen“, so NÖ Landesfeuerwehrkommandant Josef Buchta.
Vor bereits mehr als 150 Jahren wurde in Krems die erste freiwillige Feuerwehr Niederösterreichs gegründet. Viel hat sich in dieser Zeit verändert, vor allem die technische Ausrüstung. Nur eines ist im Feuerwehrwesen gleich geblieben: Und zwar der Enthusiasmus, mit dem bereits die Gründungsmitglieder bei der Bekämpfung von kleinen und großen Katastrophen ans Werk gegangen sind. Denn nach wie vor rückt Tag für Tag eine Hundertschaft an freiwilligen Feuerwehrleuten aus, um Mitmenschen in Not zu helfen.
Man darf mit Fug und Recht behaupten, dass es sich beim freiwilligen Feuerwehrwesen um ein erprobtes und bewährtes Sicherheitsmodell handelt, an dessen Grundfesten nicht gerüttelt werden darf. Ein Erfolgsmodell, um das wir weltweit beneidet werden. Erst kürzlich bestätigten Sicherheitsexperten aus Moskau bei einem Besuch im NÖ Landesfeuerwehrkommando, dass die gigantischen Waldbrände des Vorjahres rund um die russische Hauptstadt mit einem freiwilligen Feuerwehrsystem zu verhindern gewesen wären.
Um die Sicherheit in Niederösterreich rund um die Uhr zu gewährleisten, mussten die freiwilligen Helfer im Vorjahr 8,35 Millionen Arbeitsstunden aufwenden. Zieht man einen Hilfsarbeiter-Stundenlohn von 20 Euro als Berechnungsgrundlage heran, haben die 1644 freiwilligen Feuerwehren im Vorjahr eine Finanzleistung in der Höhe von 167 Millionen Euro erbracht. Landesfeuerwehrkommandant KR Josef Buchta: „Allein diese Zahl zeigt, dass es kein System auf der Welt gibt, das gleichzeitig so kostengünstig und schlagkräftig agiert.“
Buchta legt in diesem Zusammenhang abermals ein Bekenntnis zu jedem einzelnen Feuerwehrstandort ab: „Wenn wir Feuerwehren auflösen, verlieren wir helfende Hände — und genau die brauchen wir. Was nützt uns das tollste Einsatzfahrzeug, wenn die Besatzung dazu fehlt. Deshalb setzen wir alles daran, jede einzelne der 1644 Feuerwehren am Leben zu erhalten. Um das mittel- und langfristig zu garantieren, sind wir aber auch auf die Unterstützung der Bevölkerung angewiesen. Ohne neue Feuerwehrmitglieder wird das System nicht aufrecht zu erhalten sein.“
Ein bestens funktionierendes System, durch das im Vorjahr unter anderem 1414 Menschenleben gerettet, 3682 Brände gelöscht, 11.016 Autowracks nach Unfällen beseitigt oder 6008 Unwettereinsätze bewältigt werden konnten. Um für diese Einsätze gerüstet zu sein, standen im Vorjahr 70.965 Übungen am Programm.
Die detailierte Jahresbilanz finden Sie auf der Homepage des NÖ Landesfeuerwehrverbandes www.noelfv.at









